Dr. Florian Sametinger

  • Ökodesign & planetarische Gestaltung
  • Österreich

Leitbild

Leidenschaft für die Transformation von Design von einer menschenzentrierten Ausrichtung hin zu einer regenerativen Praxis – die Fürsorge für unseren Planeten als inhärentes Gestaltungsprinzip einzubetten.

Biografie

Florian Sametinger ist seit Oktober 2023 Professor für Designforschung und Designtheorie an der Kunstuniversität Linz. Zuvor leitete er ein Forschungsteam bei der Design- und Markenagentur KISKA in Salzburg.
Seine Arbeit untersucht kritisch die Schnittstellen zwischen Designforschung, Nachhaltigkeit und Partizipation und stellt konventionelle Nachhaltigkeitsansätze im Design in Frage. Sametinger plädiert für “Nachhaltiges Design von Grund auf” – Nachhaltigkeit als inhärentes Ziel von Designprozessen zu betrachten, anstatt als Zusatz. Dieser Ansatz geht über Ökoeffizienz hinaus zu regenerativen Prinzipien, die aktiv zu ökologischen und sozialen Systemen beitragen.
Durch eine forschungsorientierte Designmethodik erforscht er partizipative und transformative Designpraktiken, die dominante wachstumsorientierte Paradigmen herausfordern. Seine Arbeit betont Design als sozial eingebettete Praxis, die anthropozentrische Ansätze in Frage stellt und für ein ganzheitliches, interdisziplinäres Problemlösen plädiert, das Designdenken mit Sozialwissenschaften und ökologischen Perspektiven verbindet.
Sametinger bringt diese kritischen Perspektiven in seine Lehre und Forschung an der Kunstuniversität Linz sowie in seine strategische Arbeit bei KITE Design Research in Berlin ein. Durch kollaborative Ansätze wie Nachbarschaftslabore und partizipative Design-Tools zielt er darauf ab, Kontexte für mögliche nachhaltige Zukünfte zu schaffen und Gemeinschaften zu stärken. Seine Arbeit zielt darauf ab, eine neue Generation von Designern auszurüsten, um die komplexen, miteinander verbundenen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.

Fragebogen

Wo möchten Sie Veränderungen bewirken und warum?

Designausbildung, um Räume zu schaffen, in denen wachstumsorientierte Modelle verlernt werden, während regeneratives Denken als Standard etabliert wird. Zukunftige Designer müssen extraktive Praktiken hinterfragen, nicht fortsetzen.

Was oder wer hat Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn beeinflusst?

Partizipative Projekte in unterschiedlichen Kontexten lehrten mich Demut: lokales Wissen, Maker-Kulturen und Gemeinschaftswissen bieten Wege, die Designakademien oft übersehen. Vielfältige Perspektiven sind essenziell.

Wir alle haben diese bedeutenden Momente oder Situationen (Erfolg oder Misserfolg); welche war Ihre, und was haben Sie daraus gelernt?

Bereits früh forderten uns Gemeinschaften heraus, den partizipativen Forschungsansatz zu überdenken, da wir als Gruppe den akademischen Erkenntnisansatz in den Mittelpunkt stellten. Dies zeigte uns, dass Wissen durch multiple Systeme wie Handwerk, verkörperte Erfahrung, lokal eingebettete Weisheit und Gemeinschaftspraktiken entsteht. Ich lernte, epistemologische Offenheit zu umarmen.