Design-Policy-Mapping in Europa Bericht

Der Wandel in der Designpolicy-Landschaft

Dieser maßgebliche europäische Design-Policy-Bericht bietet eine umfassende Kartierung von Designpolicies in 39 europäischen Ländern. Er betont, wie Design in nationale Strategien eingebettet ist, die von Kultur- und Kreativwirtschaft, Forschung und Entwicklung, industrieller Wettbewerbsfähigkeit, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung hin zur gebauten Umwelt reichen.

Die Studie zeigt einen signifikanten Wandel in der Landschaft der Policies: Design bewegt sich von spezifischen Designpolicies hin zu einem integralen Bestandteil breiterer Policy-Rahmenwerke. Die Analyse führte zur Entwicklung des Design Policy Spectrum – ein neues Evaluierungswerkzeug, das den Grad der Integration in nationale Politiken kartiert.

Die Ergebnisse heben eine starke Integration in Ökodesign-Policys hervor, die durch EU-Vorschriften getrieben wird, und häufige Einbeziehung in kreative Strategien. Design bleibt jedoch geringfügig in Digitalstrategien, Forschung und Entwicklung, Architektur und der gebauten Umwelt eingebettet, was auf eine kritische Lücke hinweist, die Aufmerksamkeit erfordert.

Regina Hanke, Projektleiterin MADres, weist auf die Schlüsselergebnisse hin, die die Notwendigkeit für einen überarbeiteten Ansatz zur Designpolicy unterstützen:

  • Nur zwei dedizierte Designpolicys verbleiben in Europa – Lettland und Island.
  • Design ist präsenter als je zuvor, integriert in mehrere Policy-Bereiche.
  • Vom Expliziten zum Eingebetteten – Design hat sich von eigenständigen Strategien zu querschnittlichen Policy-Rollen verschoben.
  • Verschiedene Policy-Familien, unterschiedliche Rollen – Design fungiert als Kreativindustrie, Innovationsmethode, Nachhaltigkeitshebel und Werkzeug für nutzerzentrierte öffentliche Dienste.
  • Dedizierte Policys können Kohärenz bieten, wenn sie fest in die Regierungsarena integriert sind – wo sie existieren, können sie das Potenzial haben, Agenden zu verbinden und Sichtbarkeit zu stärken; wo sie nicht existieren, könnte die Rolle des Designs fragmentierter und schwerer zu erhalten sein.

“Die Ergebnisse der Studie offenbaren ein bemerkenswertes Paradoxon. Einerseits sind explizite Designpolicys selten. Andererseits ist Design sichtbarer und einflussreicher als je zuvor.“
– Piotr Swiatek, Projektmanager und Forscher im Design- und Innovationspolicyteam bei PDR, BEDA Schatzmeister

Zuletzt aktualisiert: 06/11/25