Die Veränderung in der Design-Policy
Aufbauend auf BEDA’s vorherigem European Design Report 2.0 (2018) bietet die Studie einen aktuellen Überblick über die Regierungsansätze zum Design und hebt hervor, wie Design in nationale Strategien eingebettet ist, die von der Kreativwirtschaft über Forschung und Entwicklung, industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung bis hin zur gebauten Umwelt reichen.
Die Ergebnisse unterstreichen eine starke Integration in Ökodesign-Policies, angetrieben von EU-Vorschriften, und eine häufige Einbindung in kreative Strategien. Allerdings bleibt Design selten in digitale Strategien, Forschung und Entwicklung, Architektur und die gebaute Umwelt eingebettet, was auf eine kritische Lücke hinweist, die Aufmerksamkeit erfordert.
Fünf zentrale Erkenntnisse unterstützen die Notwendigkeit eines überarbeiteten Ansatzes zu Design-Policies:
- Es gibt nur noch zwei spezielle Design-Policies in Europa – Lettland und Island.
- Design ist mehr denn je präsent und in verschiedenen Politikfeldern integriert.
- Vom expliziten zum eingebetteten Design – Design hat sich von eigenständigen Strategien zu einer übergreifenden Policy-Rolle entwickelt.
- Verschiedene Policy-Familien, unterschiedliche Rollen – Design fungiert als Kreativwirtschaft, Innovationsmethode, Hebel für Nachhaltigkeit und Werkzeug für nutzerzentrierte öffentliche Dienstleistungen.
- Spezielle Policies können Kohärenz bieten, wenn sie fest in der Regierungsarena integriert sind – wo sie existieren, haben sie das Potenzial, Agenden zu verbinden und Sichtbarkeit zu erhöhen; wo sie nicht existieren, könnte die Rolle des Designs fragmentierter und schwerer tragfähig sein.
Ein sich veränderndes Landschaftsbild
Die Studienergebnisse offenbaren ein auffälliges Paradox:
„Einerseits sind explizite Design-Policies selten, andererseits ist Design sichtbarer und einflussreicher denn je.“
– Piotr Swiatek, Projektleiter und Forscher im Design and Innovation Policy Team bei PDR, BEDA Schatzmeister
Nur Lettland und Island unterhalten derzeit dedizierte nationale Design-Policies, verglichen mit mehr als einem Dutzend in den 2010er Jahren. Dennoch ist Design zunehmend über verwandte Policy-Familien hinweg eingebettet und gestaltet Ansätze für Innovation, industrielle Entwicklung, Nachhaltigkeit und Transformation des öffentlichen Sektors.
Regina Hanke, Projektleiterin bei MADres, betont:
„Die Studie hat gezeigt, dass in der aktuellen komplexen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umgebung dedizierte Design-Policies durch gezielte strategische Integration von Design in verwandte Policies ersetzt werden. Unabhängig davon, ob es eine dedizierte Design-Policy oder eine Design-Integration in Policies gibt – beide Ansätze benötigen eine übergeordnete Denkweise und müssen auf vielen Schultern innerhalb der Regierungsprozesse ruhen, um die angestrebten Vorteile zu schaffen.“
Die Herausforderung für Design-Policies
Der Bericht hebt eine kritische Herausforderung hervor: Das Design-Policy-Landschaftsbild Europas bleibt fragmentiert.
Auf dem gesamten Kontinent erkennen zahlreiche nationale und regionale Initiativen Design als strategischen Faktor für Innovation und nachhaltiges Wachstum an, doch nur wenige haben sich zu umfassenden nationalen Rahmenwerken entwickelt. Während Design in einigen Ländern als strategischer Ermöglicher in den Bereichen Innovation, Kultur, Nachhaltigkeit und öffentlicher Sektor Reform anerkannt wird, sind diese Bemühungen oft über mehrere Ministerien, Sektoren und Programme verstreut.
Diese Fragmentierung begrenzt Kontinuität, Koordination und Sichtbarkeit. Ohne ein kohärentes Policy-Rahmenwerk oder eine Denkweise riskiert Europa, eines seiner mächtigsten Werkzeuge zur Förderung von Innovation und nachhaltiger Transformation unzureichend zu nutzen.
Um das volle Potenzial des Designs zu entfalten, fordert der Bericht mehr integrierte Policy-Ansätze, die kulturelle, wirtschaftliche und Nachhaltigkeitsziele verbinden und die weit verbreitete Anerkennung in dauerhafte strukturelle Unterstützung verwandeln.